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vorerst nur telefonischer Kontakt    siehe Kontakt

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12.11.   10-15 Uhr  fällt aus    gemeinsame Aktion zur Woche des Sehens im Bildungszentrum Sondershausen

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Tagesausflug der Sehbehinderten zum Freilichtmuseum Hohenfelden

Jedes Jahr unternimmt unsere Kreisgruppe eine Busreise. Diese wurde mehrmals verschoben, nun aber doch noch durchgeführt. Die gemeinsame Tagestour fördert die Zusammengehörigkeit in unserem Verein und ist zugleich eine kleine Bildungsreise.

Am 7.10. trafen wir uns am Busbahnhof in Sondershausen. Nach kurzer Einweisung des Busfahrers, Herrn Ernst, von „Salza Tours“ starteten wir pünktlich 9 Uhr. Die 24 Personen unserer Gruppe hatten in dem großen Bus reichlich Platz. So konnte gut Abstand gehalten werden. Die Fahrt führte uns, dank Umleitung, durch viele schöne Dörfer und Landschaften.

 Am Freilichtmuseum Hohenfelden angekommen, wartete schon Frau Voß zu einer Führung auf uns. Sie erklärte, wie die alten Häuser aus ländlichen Gegenden Thüringens abgebaut und hier, wie in einem Puzzle, wieder aufgebaut wurden. Wenige wurden in einem Stück hierher transportiert. So zum Beispiel das Haus eines Hirten, welches wir zuerst besichtigten. Dessen Familie hatte ein schweres Los, denn der Hirte eines Dorfes war kein angesehener Mann. Danach gingen wir zu einem Bauernhaus. Das ist geräumiger und hat zwei Etagen. Der angrenzende Stall hatte seine Vorteile im Winter und bei den Geburten der Tiere. Nebenan sahen wir uns eine Scheune mit den praktischen Einbauten und einem Heuboden an. Ein weiteres Haus gehörte einem Schmied. Ein wichtiger Mann im damaligen Dorf. Viele Werkzeuge waren zu sehen und konnten angefasst werden. Die Ausführungen über das damalige Leben der Dorfbewohner waren interessant. Heute stehen hier über 30 Gebäude, alle von historischem Wert. Weitere kommen dazu.

Wir sahen nur einen kleinen Teil davon. Ein Grund mehr, hier mal wieder rein zu schauen. Das ist von Mai bis Oktober möglich. Die Älteren von uns erinnerten sich an die frühe Jugend oder Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern. Für unsere Kinder und Enkel sind es besonders anschauliche Geschichtsstunden. Danke an Frau Voß für die lehrreiche Führung.

 Um Alles anzusehen, sind einige Stunden nötig. Für eine Stärkung zwischendurch gibt es dort einen Imbiss. Zum Freilichtmuseum gehört das alte Schulhaus im Ort. Dort ist auch die Museumsgaststätte „Einkehr zur alten Pfarre“. Dank der Vorbestellung des Essens wurden uns die gutschmeckenden Speisen flugs serviert. Vielen Dank an das Team um Frau Klinger. So konnten wir unsere Reise bald fortsetzen.

 Mit dem Bus fuhren wir weiter nach Molsdorf. Hier gibt es ein kleines Schloss mit einem wunderschönen Garten. Graf G.A. von Gotter ließ die ehemalige Wasserburg zum Lustschloss umbauen. Doch nach 14 Jahren musste der verschwenderisch lebende Gotter das Schloss verkaufen. Es ging an Herzog Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg. Der ließ es in ein Kammergut umwandeln. Der ursprüngliche Barockgarten wurde später in einen Landschaftspark umgewandelt.

Das Gebäude selbst bedarf einer Restauration. Leider konnten wir die Innenräume wegen der Corona Pandemie nicht mit einer Führung besichtigen. So sahen wir uns die Sonderausstellung „Erotika der Lenz ist da“ an und danach genossen wir die warmen Sonnenstrahlen im Park.

 Anschließend brachte uns der Bus „Zur guten Quelle“, eine Gaststätte in Molsdorf. Hier wurde uns Kaffee und selbstgebackenen Kuchen serviert. Danke an Frau Bosecker, dass sie unseren Besuch am Ruhetag ermöglichte.

 Mit vielen Eindrücken und mancher Neuigkeit traten wir die Heimreise an. Ein schöner Tag ging zu Ende.

 

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Sehbehinderte mit dem Förster unterwegs zur Mutterblutbuche (9.9.2020)

Heute war es endlich soweit. Nach zwei vergeblichen Versuchen trafen wir uns mit dem Revierförster Hubert um zum Standort der Mutterblutbuche zu fahren. Unser Konvoi von 5 Fahrzeugen fuhr von Berka in den Possenwald. Nach 6 km waren wir fast da. Nun ging es ungefähr 250 m zu Fuß bis zum Standort der ehemaligen Mutterblutbuche. Wir nahmen auf den Bänken oder dem Rollator Platz.

Herr Hubert, der Revierförster des Possenreviers, begann mit seinen Ausführungen in der Zeit vor einigen hundert Jahren. Er erläuterte, wie die geologischen Besonderheiten des Possens die Ansiedlung verschiedener Bäume beeinflussten. In der Waldpflege geht es darum, 100-200 Jahre in voraus zu denken und entsprechend vorausschauend zu handeln.

Die Fürsten brauchten früher den Wald in erster Linie zur Jagd des Wildes und zur Versilberung ihres aufwendigen Lebensstiels. Der Wald wurde gnadenlos ausgebeutet. An Aufforstung dachte damals keiner. Erst geraume Zeit später, unter Günther Friedrich Carl dem II (1801-1889) wurde über eine ertragsorientierte Nutzung des Waldes nachgedacht, der Forstfachmann Eduard Michel wurde angestellt und Maßnahmen zur Nachhaltigkeit des Waldes eingeleitet.

Aber die Klimaerwärmung bringt zusätzlich Probleme.

Hier im Possenwald entstand ca. 1680 durch eine Mutation einer Rotbuche die erste Blutbuche. Von ihr und den Nachkömmlingen wurden weitere rotfarbene Buchen, meist durch Aufpfropfung, gezüchtet. Diese Besonderheit wurde in andere Länder der Welt exportiert. So sollen fast alle auf der Welt vorkommende Exemplare von der Blutbuche bei Sondershausen stammen. Das Leben der Mutterblutbuche ging 1926 zu Ende. Hier am selben Ort wurde durch den Verein „Statt Urwald - Kulturwald Possen Hainleite e. V.“ im August 2018 eine neue Blutbuche gepflanzt. Zwei Bänke laden zum Verweilen ein und die Geschichte ist auf einer Tafel nachlesbar. Somit hat Sondershausen ein weiteres Ziel für Wanderer oder Radfahrer, mitten in der Natur.

Herzlichen Dank an Herrn Hubert für seine interessanten anschaulichen Erklärungen.

Unsere Gruppe von der Kreisorganisation Kyffhäuserkreis fuhr anschließend zum Restaurant „Jagdschloß“ auf dem Possen, um im Freien bei Kaffee, Kuchen oder Eis den schönen Nachmittag ausklingen zu lassen.

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Sehbehinderte besuchten das Barockdorf Bendeleben (2.9.2020)

Ja sie haben richtig gelesen, das kleine Dorf zwischen Rottleben und Bad Frankenhausen, an dem man meist einfach vorbeifährt, hat viel Sehenswertes zu bieten. Deshalb ist es auch eine Außenstelle der Bundesgartenausstellung 2021 von Erfurt.

Die Gruppe des Blinden- und Sehbehindertenverbands des Kyffhäuserkreises besuchte zunächst die Orangerie in Bendeleben. Herr Brückner vom Denkmal- und Geschichtsverein informierte uns über das Dorf mit seinen Sehens-würdigkeiten. Der Geheimrat von Uckermann ließ hier im 18. Jahrhundert viele barocke Gebäude errichten. Da ist neben der jahrelang mühevoll sanierten Orangerie mit Kräutergarten und Obstwiese auch das Uckermannsche Schloss, die St.Pankratius Kirche oder der von einer Mauer umgebene Schlosspark mit seltenen Bäumen, sieben Teichen und einem römischen Bad zu sehen. Und das sind nicht alle Besonderheiten. Unweit vom Dorf endet der sogenannte Möchstunnel. Durch ihn wurde in Göllingen Wasser der Wipper abgezweigt um dies nach Bad Frankenhausen weiterzuleiten.

Das alles lässt sich nicht an einem Tag erkunden. Bis zur Bundesgartenschau, 28.4 bis 10.10. 2021, wird es noch manche Verschönerungen geben. Ein Besuch des Barockdorfes lohnt aber schon oder gerade jetzt, ohne viele Touristen. Gruppen sollten sich vorher anmelden.

Wir danken Herrn Brückner für die interessanten Ausführungen. Es war eine Bereicherung unseres Vereinslebens.

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